August Riedel • Römerin aus Albano

August Riedel
Römerin aus Albano

um 1850

Öl auf Leinwand
140 x 100 cm
Originalrahmen

Verzeichnet in:
Friedrich von Boetticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Zweiter Band. Erste Hälfte. Leipzig 1941, S.427ff, Eintrag: Riedel, August, Nr.30

Provenienz:
- König Wilhelm I. von Württemberg
- Privatbesitz

Ausstellung:
Staatsgalerie Stuttgart. Königliche Sammellust. Wilhelm I. von Württemberg als Sammler und Förderer der Künste. Stuttgart 2014, Kat.-Nr. 9, S. 157

Preis auf Anfrage


BIOGRAFIE

August Riedel
1799 Bayreuth - 1883 Rom

August Riedel entstammt einer Bayreuther Architektenfamilie und studiert ab 1818 an der Kunstakademie in München. In den Jahren 1823 und 1828/29 reist er nach Rom, wo er sich 1832 dauerhaft niederlässt. Seinen ersten nennenswerten Erfolg erlangt er mit dem Gemälde „Die neapolitanische Fischerfamilie“ (Thorwaldsen Museum, Kopenhagen), welches der dänische Bildhauer Bertel Thorwaldsen 1833 erwirbt. In dessen Atelier ausgestellt, erregt es große Aufmerksamkeit, so dass Riedel schnell über die Grenzen Roms hinaus bekannt wird und ab den späten 1830er Jahren auch den europäischen Hochadel zu seinen Auftraggebern und Sammlern zählt. Zeitgleich nimmt der Maler eine immer wichtigere Rolle im gesellschaftlichen und künstlerischen Leben Roms ein und wird unter anderem Mitglied der Kunstakademien von Berlin, München, Wien und St. Petersburg.

Riedels Spezialität ist die Bildnis- und Figurenmalerei, insbesondere die Darstellung junger südländischer Frauen. Seine ausgesucht schönen Modelle zeigt er meist als fürsorgliche Mütter mit Kleinkindern, im Wald badende Nymphen oder einzelne Figuren in aufwendigen Kostümen mit kostbarem Schmuck. Ihre vornehme Erscheinung unterstreicht er nicht nur durch seine glatte Malweise, sondern auch durch seine raffinierte Art der Beleuchtung. Mittels Goldfolien erzeugt Riedel in seinem Atelier ein besonders warm schimmerndes Licht, das er aus unterschiedlichen Richtungen auf seine Modelle richtet, so dass sie wie aus sich heraus leuchten. Diesen Effekt steigert er noch durch die Absetzung der Figuren vor meist dunklem Hintergrund. Es entsteht ein nahezu unwirkliches Frauenbild, welches sein schönheitstrunkenes Klientel begeistert und ihn zu einem der gefragtesten Maler seiner Zeit werden lässt.

Riedel, August (1799 Bayreuth - 1883 Rom)
Franz Xaver Winterhalter: Porträt August Riedel, 1834, Verbleib unbekannt