Johann Charles Palmié • Torbole am Gardasee

Johann Charles Palmié
Torbole am Gardasee

1910

Öl auf Leinwand
73 x 83 cm
Rechts unten signiert, datiert und bezeichnet "Torbole"

Provenienz:
Privatsammlung

Preis auf Anfrage


BIOGRAFIE

Johann Charles Palmié
1863 Aschersleben (Sachsen-Anhalt) - 1911 München

Nach dem Besuch der Dresdner Kunstakademie zieht Charles Palmié zum weiteren Studium 1884 nach München. Er spezialisiert sich auf das Gebiet der Landschaftsmalerei, die dort im offiziellen akademischen Betrieb noch nach den bereits überholten Prinzipien der Schule von Barbizon gelehrt wird. Allerdings kommt Palmié durch die in den 1890er Jahren von der Münchner Sezession organisierten Ausstellungen verstärkt mit freieren Tendenzen der Malerei in Berührung.

Entscheidende Impulse für seine künstlerische Entwicklung erhält Palmié durch eine 1904 in München gezeigte Ausstellung mit Werken von Claude Monet. Ihren Organisator, den ebenfalls in München lebenden Russen Wassily Kandinsky, hatte Palmié bereits 1903 während eines sommerlichen Studienaufenthaltes auf dem Land kennengelernt. Es sollte nicht die letzte Begegnung zwischen ihnen sein.

Begeistert von der Kunst Monets reist Palmié 1905 nach Frankreich, wo er den verehrten Meister 1906 persönlich in Giverny trifft und eine Reihe von Gemälden mit Landschaftsmotiven malt. Zuvor war Palmié den Spuren der Impressionisten nach Paris, Rouen und der Normandie gefolgt und hatte vor Ort die Methoden des Neoimpressionismus, Pointillismus sowie der Ton-in-Ton-Malerei erprobt.

Zurück in München verkehrt Palmié im Salon von Marianne von Werefkin. Hier kommt er mit den wichtigsten Vertretern des süddeutschen Expressionismus in Berührung und wird 1909 Gründungsmitglied der „Neuen Künstlervereinigung München“, aus der später „Der Blaue Reiter“ hervorgeht. Es kommt jedoch alsbald zu einem Zerwürfnis mit deren Vorsitzendem Kandinsky, was Palmié dazu veranlasst, wieder aus der Gruppe auszutreten. Zwei Jahre später erliegt er auf der Höhe seiner Schaffenskraft einem Herzinfarkt.

Palmié zählt zu den bekannten Unbekannten innerhalb des an interessanten und eigenwilligen Persönlichkeiten reichen Münchner Kunstlebens vor dem Ersten Weltkrieg. Die nach 1900 auf seinen Reisen quer durch Deutschland, Frankreich, Österreich, die Schweiz und Italien entstandenen Gemälde zeugen von einem sicheren Gespür für streng austarierte Komposition und vibrierende Farbwirkung, welche zwar an den Prinzipien des französischen Neoimpressionismus geschult sind, nicht aber dessen oft stark theoretisch-abstrakten Forderungen unterliegen. Palmiés Malerei ist innerhalb der deutschen Kunst an der Schwelle zur Moderne ohne Vergleich.


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