Heinrich Kley • Die Schauinslandbahn bei Freiburg im Breisgau

Heinrich Kley
Die Schauinslandbahn bei Freiburg im Breisgau

um 1930

Aquarell und Deckweiß über Bleistift auf Karton
49,5 x 37,5 cm
Verso Nachlassstempel Heinrich Kley

Provenienz:
Nachlass Heinrich Kley

Die Idee, den Schauinsland bei Freiburg im Breisgau durch eine Seilbahn für die Allgemein-heit zugänglich zu machen, geht in die 1890er Jahre zurück. Verwirklicht wurde das Projekt jedoch erst drei Jahrzehnte später. 1928 wurde die Schauinslandbahn Aktiengesellschaft gegründet, die neben der Kapitalbeschaffung auch für die Planung und Projektabwicklung zuständig war. Die Grundsteinlegung der Bahn erfolgte am 8. Mai 1929, die Inbetriebnahme am 17. Juli 1930.

Die Schauinslandbahn ist die erste Großkabinen-Umlaufseilbahn der Welt, die große Menschenmassen befördern kann. Auf der gesamten Strecke dienen sieben Stahlstützen mit Zugseilrollen und Tragseilauflagen als Seilträger. Bei einer Länge von 3.600 m beträgt die größte Seilspannweite 734 m; die höchste Stütze misst 37 m. Ursprünglich war die Bahn mit zehn Kabinen ausgestattet, die jeweils 23 bis 25 Fahrgästen Platz boten. Die Fahrzeit vom Tal bis auf den Berg betrug 16 Minuten.

Der für seine Darstellungen aus der Welt der Technik bekannte Künstler Heinrich Kley gibt in seinem in kühner Perspektive angelegten Aquarell den Blick vom Berg ins Tal wieder, so wie er sich dem Betrachter bei Verlassen der Schauinslandbahn am Gipfel präsentiert. Natur und Ingenieurskunst verschmelzen zu erhabener Einheit und legen die Vermutung nahe, dass das stimmungsvolle Aquarell zu Werbezwecken im Auftrag der Schauinslandbahn AG entstanden ist. Sicherlich wollte sie den Besuchern des Schwarzwaldes und damit ihren potentiellen Kunden vor Augen führen, dass die Schauinslandbahn Wanderern und Wintersportlern den größtmöglichen Komfort bei der Anreise auf Freiburgs Hausberg bietet.

2.800 €


BIOGRAFIE

Heinrich Kley
1863 Karlsruhe - 1945 München

Nach Beendigung des Studiums an der Karlsruher Kunstschule 1885 ist Heinrich Kley darum bemüht, sich im Kunstleben seiner badischen Heimatstadt zu etablieren. Zwar erhält er immer wieder Aufträge von ortsansässigen Privatpersonen, Behörden sowie Unternehmen, engagiert sich in der lokalen Künstlerschaft und nimmt an Ausstellungen teil, doch bleiben größere Erfolge letztlich aus.

Diese stellen sich erst nach 1900 ein, als das Unternehmen Krupp in Essen auf Kleys Fähigkeiten als Schilderer topographischer Sujets aufmerksam wird. Durch die Verbindung von zeichnerischer Präzision und koloristischem Feingefühl gelingt es ihm, die spezifischen atmosphärischen Stimmungen in der Welt der Gußstahlfabriken, Hüttenwerke und Schiffswerften einzufangen. Seine um impressionistische Elemente bereicherte realistische Kunstauffassung überzeugt bald auch andere große Unternehmen, so dass Kley innerhalb weniger Jahre den Ruf eines erstrangigen und vielbeschäftigten Industriemalers genießt.

Der breiten Öffentlichkeit wird Kley durch die Mitarbeit an den Zeitschriften Simplicissimus und Jugend bekannt, die ihn 1909 zum Umzug nach München bewegen. Bis zum Ersten Weltkrieg veröffentlichen sie hunderte seiner humoristischen, satirischen und grotesken Federzeichnungen. Themen der Gesellschaftspolitik, des technischen Fortschritts sowie des Verhältnisses zwischen Mann und Frau erfasst er mit phantasiereichen Bildideen, psychologischem Einfühlungsvermögen und unverwechselbarer Virtuosität. Mit gleicher Könnerschaft charakterisiert er menschliche Verhaltensweisen durch Mensch-Tier-Vergleiche pointiert und unterhaltsam.

Obwohl es nach dem Ersten Weltkrieg ruhig um den von Schicksalsschlägen getroffenen Künstler wird, erfahren seine Federzeichnungen eine erstaunliche Rezeption in den USA. In den späten 1930er Jahren wird Walt Disney auf sie aufmerksam und nutzt sie fortan als wichtige Inspirationsquelle für seine Zeichentrickfilme. So lebt Kleys Kunst in den Figuren von „Dumbo“, „Fantasia“ und „Dschungelbuch“ weiter und begeistert weltweit ein Millionenpublikum.

Kley, Heinrich (1863 Karlsruhe - 1945 München)
Heinrich Kley: Inspiration (Selbstbildnis), um 1910, Schweinfurt, Museum Georg Schäfer

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