Ferdinand von Reznicek • Am Busen der Natur

Ferdinand von Reznicek
Am Busen der Natur

1901

Tusche, Farbstift und Deckweiß auf Karton
40 x 23,5 cm
Rechts unten signiert

Veröffentlicht:
Simplicssimus. Jahrgang 6 (1901), Heft 23, Seite 181

5.500 €


BIOGRAFIE

Ferdinand von Reznicek
1868 Wien - 1909 München

Nach Beendigung des Militärdienstes geht Ferdinand von Reznicek 1888 zum Studium der Malerei nach München. Daneben arbeitet er für die humoristische Wochenschrift Fliegende Blätter als Pressezeichner und erregt mit seinen Illustrationen die Aufmerksamkeit des Verlergers Albert Langen. Dieser sucht für die von ihm geplante und ab 1896 herausgegebene Satirezeitschrift Simplicissimus dringend Mitarbeiter. Innerhalb kurzer Zeit wird Reznicek einer der beliebtesten Zeichner des Blattes und ist bis zu seinem frühen Tod mit knapp 600 Beiträgen im Simplicissimus vertreten. Darüber hinaus publiziert der Albert Langen-Verlag sieben Alben mit Rezniceks besten Zeichnungen. Seine Nachfolge treten Ernst Heilemann, Marcello Dudovich und Brynolf Wennerberg an.

Im Gegensatz zu den Simplicissimus-Mitarbeitern Olaf Gulbransson, Thomas Theodor Heine oder Bruno Paul behandelt Reznicek keine politischen Themen. Seine Motive sind meist in der Welt des Geburts- oder Geldadels, aber auch in der Lebe- und Halbwelt angesiedelt. Boudoirs, Séparées und Ballsäle bilden die Kulisse für allerlei amüsante Szenen, in denen es häufig um die Aufdeckung doppelter Moral oder die erotische Annäherung zwischen Mann und Frau geht. Eine komische Note erhalten die Beiträge durch einen von der Redaktion beigefügten Titel bzw. Bilddtext.

Anders als die meisten Mitarbeiter des Simplicissimus verzichtet Reznicek in seinen Darstellungen auf übertreibende oder verzerrende Elemente, weshalb sie nur bedingt als Karikaturen anzusehen sind. Die vorwiegend mit Tusche, Feder und Gouache ausgeführten Werke zeichnen sich durch elegante Strichführung sowie ausgeprägten Farbsinn aus und sind in der Regel als bildhaft komponierte Szenen angelegt. Besonderes Augenmerk legt der Künstler auf die Wiedergabe der Gewänder mit ihren Fältelungen und Mustern, die mit fließendem Pinselstrich aufgetragen sind. Durch zarte tonale Abstufungen bzw. monochrome Schattierungen gewinnen Rezniceks Arbeiten gemäldeartigen Charakter.


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Auf der Rennbahn
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