Franz von Lenbach • Orientalin

Franz von Lenbach
Orientalin

1882

An Oriental Girl, 1882
Pastel on cardboard
94 x 63.5 cm
Signed and dated lower right ‟1882”

Literature:
- Friedrich von Boetticher, Malerwerke des Neunzehnten Jahrhunderts, II, Leipzig 1941, p. 834, no. 57 (as ‟Junge Türkin”, and ‟1882 Bayerische Landesausstellung, Nuremberg”)
- Sonja Mehl, Franz von Lenbach in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, Munich 1980, p. 183, no. 374 (as ‟Tochter der Herodias”)

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BIOGRAPHY

Franz von Lenbach
1836 Schrobenhausen - 1904 Munich

Der als Sohn eines Baumeisters im oberbayerischen Schrobenhausen geborene Franz Lenbach zählt neben Friedrich August Kaulbach und Franz Stuck zu den drei Münchner Malerfürsten, die das Kunstleben der Isarmetropole in den Jahren um 1900 maßgeblich prägten. Geschult an der Kunst der Alten Meister, die Lenbach ab den 1860er Jahren intensiv studierte, etablierte er sich als einer der führenden Porträtmaler seiner Zeit. Mit der Spezialisierung auf dieses Genre entsprach er dem nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 stetig zunehmenden Repräsentationsbedürfnis alter wie neuer gesellschaftlicher Eliten in idealer Weise.

Lenbachs Glanz strahlte bald weit über Münchens Grenzen hinaus. Wenige Jahre nach der Erhebung in den persönlichen Adelsstand 1882 ließ er sich vom Architekten Emanuel von Seidl am Königsplatz ein im Stil eines italienischen Renaissance-Palazzos angelegtes Wohn- und Atelierhaus errichteten, in dem die europäische Politik- und Wirtschaftsaristokratie ein- und ausging. Zu Lenbachs Auftraggebern zählten Angehörige des Hochadels und des Großbürgertums, ebenso Persönlichkeiten aus dem Geistes- und Kulturleben (Forscher, Schriftsteller, Sänger, Schauspieler, Maler etc.).

Charakteristisch für Lenbachs Porträtauffassung ist eine an den Alten Meistern geschulte Darstellungsweise. Sie schlägt sich nicht nur in der vornehmen Gewandung und würdevollen Haltung seiner Modelle nieder, sondern auch im dunklen „Galerieton“, vor dem diese oft erscheinen. Während der Künstler in den als Halb- bzw. Dreiviertelporträts angelegten großformatigen Werken in der Regel die gesellschaftliche Stellung der Person unterstreicht, geht von seinen Kopfstudien meist eine intime Wirkung aus. Hier liegt der Hauptakzent auf der Erfassung psychologisch-charakterlicher Züge.


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