Benno Becker • Olivenhain

Benno Becker
Olivenhain

um 1914

Öl auf Leinwand
93 x 107 cm
Links unten signiert
Verso: Zollstempel
Mit Originalrahmen von Hans Irlbacher, München

Ausstellung:
Kunstausstellung der Münchener Secession 1914, Kat. Nr. 9

Provenienz:
Auktionshaus Hugo Helbing, München.
Ölgemälde und Handzeichnungen moderner Meister. 20. und 21. Mai 1924, Los 22

Preis auf Anfrage


BIOGRAFIE

Benno Becker
1860 Memel - 1938 München

Nach Beendigung der Schullaufbahn zieht der einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie entstammende Benno Becker 1883 nach München. Dort lässt er sich an einer privaten Malschule unterrichten und besucht nebenher Vorlesungen in Kunstgeschichte und Archäologie. Über die Künstlergesellschaft „Allotria“ lernt der umtriebige Student die wichtigsten Persönlichkeiten der Kunstszene kennen und knüpft Kontakte zu gleichaltrigen Kollegen wie seinem ostpreußischen Landsmann Lovis Corinth oder dem angehenden Malerstar Franz Stuck. Aus Unzufriedenheit über die Rückständigkeit des lokalen Ausstellungswesens gründen sie 1892 gemeinsam mit weiteren Gleichgesinnten die Münchner Secession. Als deren langjähriger Schriftführer steht Becker mit vielen wichtigen Künstlern im In- und Ausland in Kontakt und berichtet darüber hinaus in renommierten Zeitschriften wie „Die Kunst für Alle“, der „Kunstchronik“ oder dem „PAN“ über die neuesten Entwicklungen des Kunstgeschehens.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Werken der Deutschrömer Anselm Feuerbach und Arnold Böcklin erhält Becker entscheidende Impulse für sein Schaffen. In dessen Mittelpunkt steht die Darstellung der toskanischen Landschaft, die der Künstler über viele Jahre hinweg auf ausgedehnten Studienreisen erkundet. Ausgehend von der Wiedergabe topografischer Gegebenheiten strebt Becker in seinen tektonisch komponierten Gemälden nach der Erfassung eines bestimmten Natureindrucks. Dieser hat oft elegischen Charakter, da der Maler in seinen meist feierlich-ernsten Bildern vorzugsweise mit gedämpften Grün- und Blautönen arbeitet und nur sparsam auflockernde Gelb-, Weiß- und Rosatöne verwendet.

Mit seinen auf Kontemplation hin angelegten Werken, die der Vorliebe des Fin de Siècle für stimmungsvolle Seelenlandschaften huldigen, feiert Becker um die Jahrhundertwende große Erfolge. 1899 erwirbt die Neue Pinakothek erstmals eines seiner Gemälde, 1902 wird ihm der bayerische Professorentitel verliehen. Als sich der Künstler 1905 eine imposante Villa im Stil der italienischen Frührenaissance unweit der als Gesamtkunstwerk konzipierten Villa Stuck errichten lässt, hat er den Zenit seiner Karriere erreicht. Beteiligungen an Ausstellungen in England, Österreich, Italien und den USA sowie eine 1911 von der renommierten Galerie Heinemann ausgerichtete Kollektivausstellung mit 34 Werken belegen, dass Becker diesen Status weiter halten kann. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges sinkt jedoch sein Stern ebenso wie der vieler seiner Mitstreiter aus der Münchner Secession.