Otto Dill • Schreitender Löwe

Otto Dill
Schreitender Löwe

um 1925

Tusche über Aquarell auf Papier
20 x 30 cm
Rechts unten signiert

8.800 €


BIOGRAFIE

Otto Dill
1884 Neustadt – 1957 Bad Dürkheim

Bereits als Kind zeichnet Otto Dill mit großer Begeisterung Tiere aller Art. Dank finanzieller Unterstützung eines Mäzens besucht er ab 1908 die Münchner Akademie der bildenden Künste, an der er Meisterschüler des Tiermalers Heinrich von Zügel wird und ein eigenes Atelier erhält. Zusammen mit seinen Kommilitonen erlernt Dill die Freilichtmalerei vor dem lebenden Modell, wobei die Erfassung von Anatomie und Verhaltensweise im Mittelpunkt steht. Schon bald entwickelt Dill einen vom Realismus ausgehenden Impressionismus, wie er für die Münchner Malerei um 1900 typisch ist.

Ab 1912 ist Dill mit seinen Gemälden in den Ausstellungen der Münchner Sezession vertreten. Neben Pferdedarstellungen, die einen besonderen Schwerpunkt in seinem Schaffen bilden, spezialisiert er sich auf Raubtiermotive. Die Modelle für seine Tiger-, Löwen- und Pantherbilder findet Dill im Zoologischen Garten München sowie in der Menagerie des Zirkus Krone. Bevorzugt gibt Dill die Tiere in vermeintlich natürlichem Lebensraum beim Durchstreifen der Steppe, auf der Lauer oder beim Fressen wieder. Durch Nahsichtigkeit und Verengung des Bildausschnitts entsteht eine knisternde Spannung, die durch dynamische Pinselführung zusätzlich gesteigert wird. Hierbei kommen meist gedeckte Farben in pastosem Auftrag zum Einsatz.

Während des Ersten Weltkrieges leistet Dill seinen Militärdienst in einem Reiterregiment ab, was ihm die Möglichkeit zu intensiven Pferdestudien verschafft. Ab 1917 regen sie ihn zur Darstellung von Pferderennen sowie Polospielen an, die durch den Berliner Impressionisten Max Liebermann bereits einige Jahre zuvor in die deutsche Malerei eingeführt worden sind. Wie er begeistert sich Dill für das elegante Ambiente sowie die euphorische Stimmung auf dem Rennplatz. Dabei rückt er den sportlichen Aspekt in den Mittelpunkt. Virtuos fängt Dill die Bewegungsabläufe der Pferde sowie die Anspannung der Jockeys ein und macht damit die Dynamik des Wettkampfes für den Betrachter erlebbar.

Der sich nach Kriegsende einstellende Erfolg ermöglicht Dill die Erfüllung eines lang gehegten Traums. 1924 unternimmt er seine erste Afrikareise. Die vielfältigen Eindrücke Libyens inspirieren ihn zu Szenen mit arabischen Reitern und Löwenkämpfen, die von der europäischen Sehnsucht nach dem Exotischen künden. Während der 1920er Jahre folgen weitere Reisen nach Italien, Frankreich und Spanien. Unter dem Eindruck der mediterranen Landschaft wird Dills Malweise zunehmend lockerer und nähert sich dem französischen Impressionismus an. 1929 unternimmt der Künstler seine zweite Afrikareise. Auf den Spuren von August Macke und Paul Klee erkundet er die Stadt Tunis und ihre Umgebung, wobei ihn sowohl die unberührte Natur als auch die indigene Kultur faszinieren. Die vor Ort entstandenen Skizzen dienen Dill noch lange als Studienmaterial für Ölgemälde.

1930 zieht Dill, dem 1924 der Professorentitel verliehen worden ist und der mittlerweile als „Löwen-Dill“ bekannt ist, von München nach Neustadt in der Pfalz. Neben den traditionellen Motiven entstehen in den kommenden Jahren vorwiegend Landschaftsdarstellungen. 1941 lässt er sich in Bad Dürkheim nieder, wo er seine letzten Lebensjahre verbringt.

Dill, Otto (1884 Neustadt – 1957 Bad Dürkheim)
Otto Dill: Selbstportrait

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