Ferdinand Dorsch • Im Café

Ferdinand Dorsch
Im Café

1919

Öl auf Leinwand
108 x 135 cm
Links unten signiert und bezeichnet: „DORSCH DRESDEN“
Der Keilrahmen vom Künstler beschriftet: „DRESDEN - A - TERRASSENUFER - 27 - / IM CAFE“

Provenienz:
Galerie Gerstenberger, Chemnitz

Literatur:
Jana Koch: Ferdinand Dorsch. Sein Leben. Seine Malerei. Magisterarbeit an der Technischen Universität Dresden. 1997, S.82f, Kat. 46

 


BIOGRAFIE

Ferdinand Dorsch
1875 Fünfkirchen (Ungarn) - 1938 Dresden

Der in Ungarn als Sohn österreichischer Eltern geborene Ferdinand Dorsch wächst in Wien auf und kann dank eines Stipendiums ab 1891 Malerei an der Dresdner Kunstakademie studieren. Mit ihrem Direktor Gotthardt Kuehl, der sich als Ausstellungsorganisator wie Lehrer gleichermaßen für die Durchsetzung der impressionistischen Kunst in Deutschland engagiert, verbindet ihn eine enge und von künstlerischem Austausch geprägte Freundschaft. Nach Abschluss des Studiums 1898 kehrt Dorsch nach Wien zurück, lebt ab 1901 aber wieder dauerhaft in Dresden.

In den folgenden Jahrzehnten gelingt es Dorsch, sich fest im Kunstbetrieb der sächsischen Metropole zu etablieren. 1902 ist er Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Die Elbier, 1909 Mitbegründer der Künstlervereinigung Dresden. Vor seiner 1914 erfolgten Berufung als Professor an der Dresdner Kunstakademie leitet er eine private Malschule, aus der unter anderem Conrad Felixmüller hervorgeht. 1935 wird der als umgänglich und moderat geltende Dorsch zum Rektor der Dresdner Akademie ernannt, wodurch der Institution vorerst eine streng politische Neuausrichtung im Sinne der nationalsozialistischen Machthaber erspart bleibt.

Über lange Zeit erhält Dorsch wichtige künstlerische Impulse von Gotthardt Kuehl. Dieser hatte in den 1870/80er Jahren in Paris gelebt und sich dort intensiv mit der Kunst der Impressionisten auseinandergesetzt. Unter seinem Einfluss wird Dorschs Palette heller, der Pinselduktus lockerer und der Farbauftrag pastoser. Jedoch setzt sich der Schüler in der Wahl der Motive deutlich von der seines Lehrers ab. So gilt Dorschs Interesse vornehmlich der Darstellung der eleganten bürgerlichen Welt, gezeichnet von Leichtigkeit und Lebensfreude. Bevorzugt schildert er Garten-, Interieur- und Atelierszenen. Diese hauptsächlich in den 1910/20er Jahren entstandenen Gemälde bringen ihm bei Publikum und Rezensenten große Beliebtheit ein und verschaffen ihm den Beinamen „Maler der Lebensfreude“. Sie markieren den Höhepunkt seines Oeuvres, einer impressionistischen Salonkunst par excellence, deren primäre Absicht darin liegt, durch malerische Brillanz und Delikatesse dem Auge des Betrachters sinnliche Impulse zu geben und dieses zu erfreuen.

Dorsch, Ferdinand (1875 Fünfkirchen (Ungarn) - 1938 Dresden)
Franz Fiedler: Ferdinand Dorsch, 1926