Franz von Lenbach • Porträt der Mary Victoria Lady Curzon von Kedleston, Vizekönigin von Indien

Franz von Lenbach
Porträt der Mary Victoria Lady Curzon von Kedleston, Vizekönigin von Indien

1896

Öl auf Karton
77,5 x 72 cm
Verso: Handschriftliche Bestätigung von Lolo von Lenbach, München 1904. Dort die Dargestellte als Lady Lily Curzon bestätigt

Provenienz:
Rudolf von Goldschmidt-Rothschild, Frankfurt am Main, bis 1911
Galerie Heinemann München, bis 1917
Kunstgesellschaft Zürich, 1917
Privatsammlung

Ausstellung:
Deutsch-Nationale Kunst-Ausstellung, Düsseldorf 1907

Preis auf Anfrage


BIOGRAFIE

Franz von Lenbach
1836 Schrobenhausen - 1904 München

Der als Sohn eines Baumeisters im oberbayerischen Schrobenhausen geborene Franz Lenbach zählt neben Friedrich August Kaulbach und Franz Stuck zu den drei Münchner Malerfürsten, die das Kunstleben der Isarmetropole in den Jahren um 1900 maßgeblich prägten. Geschult an der Kunst der Alten Meister, die Lenbach ab den 1860er Jahren intensiv studierte, etablierte er sich als einer der führenden Porträtmaler seiner Zeit. Mit der Spezialisierung auf dieses Genre entsprach er dem nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 stetig zunehmenden Repräsentationsbedürfnis alter wie neuer gesellschaftlicher Eliten in idealer Weise.

Lenbachs Glanz strahlte bald weit über Münchens Grenzen hinaus. Wenige Jahre nach der Erhebung in den persönlichen Adelsstand 1882 ließ er sich vom Architekten Emanuel von Seidl am Königsplatz ein im Stil eines italienischen Renaissance-Palazzos angelegtes Wohn- und Atelierhaus errichteten, in dem die europäische Politik- und Wirtschaftsaristokratie ein- und ausging. Zu Lenbachs Auftraggebern zählten Angehörige des Hochadels und des Großbürgertums, ebenso Persönlichkeiten aus dem Geistes- und Kulturleben (Forscher, Schriftsteller, Sänger, Schauspieler, Maler etc.).

Charakteristisch für Lenbachs Porträtauffassung ist eine an den Alten Meistern geschulte Darstellungsweise. Sie schlägt sich nicht nur in der vornehmen Gewandung und würdevollen Haltung seiner Modelle nieder, sondern auch im dunklen „Galerieton“, vor dem diese oft erscheinen. Während der Künstler in den als Halb- bzw. Dreiviertelporträts angelegten großformatigen Werken in der Regel die gesellschaftliche Stellung der Person unterstreicht, geht von seinen Kopfstudien meist eine intime Wirkung aus. Hier liegt der Hauptakzent auf der Erfassung psychologisch-charakterlicher Züge.


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