Adolf Oberländer • Das neueste Panoramagemälde

Adolf Oberländer
Das neueste Panoramagemälde

1887

Feder in Tusche auf Papier
32,5 x 24,5 cm
Links unten signiert und datiert

Veröffentlicht:
Fliegende Blätter. Jahrgang 1888, Band 88, Heft 2216, Seite 24f

Text: Das neueste Panoramagemälde, darstellend das goldene Zeitalter, ist gegenwärtig in Angriff genommen und sind an dessen Ausführung Namen ersten Ranges betheiligt, von denen hier nur erwähnt seien:
Lappinsky, für die Gewänder, Süßmayer, für die weiblichen Köpfe, Knopfmacher, für die Augen, Strubel, für die Haare, Fleisch, für das Nackte, Schweinfurter, für das Grün der Wiesen, Blaumeier, für den Himmel, Schmieratzky, für die Wolken, Knaller, für die höchsten Lichter, Saucier, für die Lasuren, u.u.u.
Hoffen wir, daß bei solcher Arbeitstheilung dem Publikum recht bald der Genuß werde, das herrliche Werk vollendet zu sehen.

 


BIOGRAFIE

Adolf Oberländer
1845 Regensburg - 1923 München

Adolf Oberländer zählt neben Carl Spitzweg und Wilhelm Busch zu den bedeutendsten deutschen Humoristen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine phantasiereichen Karikaturen sind von großer stofflicher Vielseitigkeit und erreichten – wie die seiner beiden Künstlerkollegen – durch die auflagenstarke Münchner Wochenschrift Fliegende Blätter eine breite Öffentlichkeit. Der Erfolg dieses von 1845 bis 1944 existierenden Familienblattes beruhte auf der Verbindung von literarischen und illustrativen Beiträgen, aus denen meist ein gutmütiger, manchmal satirischer, aber niemals verletzender Humor spricht. Oberländers über fünf Jahrzehnte hinweg zu Hunderten in den Fliegenden Blättern erschienene Zeichnungen sind hierfür ein anschauliches Beispiel.

Als Zeichenutensilien bevorzugt Oberländer Feder und Tusche, mit denen er seine Bildgedanken treffsicher und schwungvoll zu Papier bringt. Charakteristisch für seinen Zeichenstil ist ein komplexes Gefüge fein gesetzter Linien, die sich zu einer bildmäßig angelegten Szene verdichten. Die Verteilung von Licht und Schatten, Strukturierung des Bildraums sowie pointierte Charakterisierung der Protagonisten erzielt der Künstler durch unterschiedliche Strichstärken. Sie tragen einerseits zur Lebendigkeit der Darstellung bei, nehmen andererseits Rücksicht auf die spätere Umsetzung in den Holzstich, das für die Widergabe von Zeichnungen in den Fliegenden Blättern typische Reproduktionsverfahren.

Von Oberländers ungemeiner Beliebtheit zu Lebzeiten zeugen zwölf „Oberländer-Alben“, die zwischen 1879 und 1901 herausgegeben und vor 1918 nochmals aufgelegt wurden. Umfangreiche Sammlungen seiner Zeichnungen befinden sich im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover, der Staatlichen Graphischen Sammlung in München sowie der Städtischen Galerie in Regensburg.


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