Ragnvald Blix • Sein Testament

Ragnvald Blix
Sein Testament

1913

Bleistift, Feder und Aquarell auf Papier
38 x 34,5 cm
Rechts unten signiert
rechts oben und unterhalb der Darstellung bezeichnet

Veröffentlicht:
Simplicissimus. Jahrgang 18 (1913), Heft 44, Seite 735

Text: "Außer erblicher Belastung werde ich Euch nichts hinterlassen, für mildernde Umstände habe ich also gesorgt."

Provenienz:
Privatsammlung

 


BIOGRAFIE

Ragnvald Blix
1882 Olso - 1958 Kopenhagen

Erste Bekanntheit erlangt Ragnvald Blix mit Beiträgen für norwegische Witzblätter. Da ihm seine Heimat bald zu eng wird, zieht der künstlerische Autodidakt 1904 nach Paris, wo er für verschiedene Tageszeitungen und Satireblätter arbeitet. 1905 und 1906 stellt er im Salon des Independants eine Serie von Karikaturen nach berühmten Gemälden Alter Meister aus, die positiv von der Kritik besprochen werden und 1907 in der Münchner Zeitschrift Simplicissimus erscheinen. Deren Herausgeber Albert Langen sucht zu diesem Zeitpunkt nach neuen Talenten und bewegt Blix 1908 zum Umzug in die bayerische Kunstmetropole. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges wird er mit über 400 Beiträgen im Simplicissimus vertreten sein und ist damit einer der aktivsten Mitarbeiter. Nach dem Zusammenbruch des wilhelminischen Kaiserreichs kehrt Blix nach Skandinavien zurück und gründet das Satireblatt Exlex.

Die von Blix in den frühen Jahrgängen des Simplicissimus veröffentlichten Karikaturen behandeln überwiegend Themen allgemeinmenschlicher Natur. Der Künstler siedelt sie in sämtlichen sozialen Schichten an, wobei seine Protagonisten moralisch meist verkommen erscheinen und dem Denken wie Handeln nach lediglich auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Durch die Art der Darstellung unterstreicht Blix die Fragwürdigkeit der Charaktere zusätzlich. Unabhängig vom Milieu verzerrt er die Figuren physiognomisch und gibt ihnen naiv, dümmlich, arrogant, verschlagen, brutal oder gar verbrecherisch wirkende Gesichtszüge. Wie sein Freund und künstlerischer Mentor Olaf Gulbransson bevorzugt Blix als Arbeitsutensilien Feder und Tusche, wobei seine Zeichnungen trotz bildmäßiger Komposition skizzenhaften Charakter haben.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gibt der Simplicissimus seine kritische Haltung gegenüber innerdeutschen Konflikten auf, um fortan die Politik der mit Deutschland verfeindeten Nationen ins Visier zu nehmen. Aufgrund kriegsbedingten Ausscheidens vieler ausländischer Mitarbeiter aus der Redaktion und der Tätigkeit einiger fester Mitarbeiter als Kriegsberichterstatter an der Front intensiviert sich Blix‘ Tätigkeit für die Satirezeitschrift. Abgesehen von gelegentlichen Karikaturen auf deutsche Kriegsgewinnler richten sich seine Beiträge fast ausschließlich gegen die Entente-Mächte, denen meist Feigheit, Unmenschlichkeit und Zwietracht unterstellt wird. Damit ist Blix ganz auf die offizielle politische Linie des Simplicissimus eingeschworen. In den letzten Kriegsmonaten erscheinen keine Beiträge mehr von ihm.

Blix, Ragnvald (1882 Olso - 1958 Kopenhagen)
Unbekannter Fotograf: Ragnvald Blix, um 1930

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Sein Verhängnis
Verkauft  
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