Adolf Münzer • Vom Montmartre

Adolf Münzer
Vom Montmartre

1901

Kohle und Deckweiß auf Papier
55 x 42,5 cm
Rechts unten monogrammiert und datiert: „M. 1901“

Veröffentlicht:
Jugend. Jahrgang 7 (1902), Heft 40, Seite 663

Text:
„Hallo, Charles, sieh die dicke Athletin, möchtest Du die nicht zum Schätzchen haben?“
„Keinesfalls. Da wäre man ja auch in seiner dienstfreien Zeit nicht sicher vor Soldatenmisshandlungen.“

5.500 €


BIOGRAFIE

Adolf Münzer
1870 Pleß (Oberschlesien) - 1953 Landsberg am Lech

Adolf Münzer zählt neben Reinhold Max Eichler, Fritz Erler und Leo Putz zu den Hauptvertretern der Münchner Künstlervereinigung „Die Scholle“. Deren Mitglieder kennen sich aus der Studienzeit bzw. durch die Mitarbeit an der Zeitschrift Jugend und sind zwischen 1899 und 1911 als Ausstellungsgemeinschaft im Münchner Glaspalast sowie in der Münchner Secession vertreten. Obwohl die Gruppe kein festes Programm hat, sondern sich als lockere Künstlergemeinschaft versteht, in der sich jeder auf seiner eigenen Scholle behauptet, verkörpert sie eine der fortschrittlichsten Strömungen der Münchner Malerei um 1900.

Nach der Ausbildung zum Dekorationsmaler sowie dem Besuch der Kunst- und Gewerbeschule in Breslau zieht Münzer nach München, wo er von 1890 bis 1897 an der Akademie studiert. Da er seinen Lebensunterhalt nicht als freischaffender Maler verdienen kann, zeichnet er ab 1896 für die Zeitschrift Jugend und steigt innerhalb weniger Jahre zu einem ihrer prominentesten Mitarbeiter auf, dessen Beiträge häufig auf der Titelseite erscheinen. Bis in die 1930er Jahre hinein bleibt Münzer dem Blatt verbunden, wohingegen seine Tätigkeit für die Satirezeitschrift Simplicissimus nur von 1896 bis 1900 andauert.

Die Mitarbeit an der Jugend verschafft Münzer nicht nur regelmäßige Einkünfte, sondern wirkt sich auch auf seine künstlerische Entwicklung aus. Dank finanzieller Unterstützung des Herausgebers Dr. Georg Hirth hält er sich zwischen 1900 und 1902 zu Studienzwecken in Paris auf, wo sein Zeichenstil unter dem Eindruck der französischen Plakat- und Illustrationskunst an Leichtigkeit und Eleganz gewinnt. In den kommenden Jahren zeichnen sich Münzers Darstellungen, die meist Szenen aus dem Leben der Frau thematisieren und im Milieu des Großbürgertums bzw. der Bohème angesiedelt sind, durch weiche Konturen, reiche Binnenzeichnung und intensive Farbgebung aus.

Wie die meisten Mitglieder der Scholle hat Münzer ein ausgeprägtes dekoratives Talent und möchte dieses in großformatige Tempera- und Ölbilder für öffentliche Gebäude umsetzen. Nach einigen Anläufen bringt die 1908 in München gezeigte „Ausstellung für angewandte Kunst“, auf der er mit acht Gemälden zu einem Repräsentationsraum für Konfektion vertreten ist, den ersehnten Durchbruch. 1909 erhält Münzer eine Professur an der Düsseldorfer Akademie und führt bis zu seiner Emeritierung 1931 zahlreiche Wandmalereien in ganz Deutschland aus. Je nach Aufgabenstellung sind sie heiter-erotischer bzw. allegorisierend-mythologischer Natur und werden durch Klarheit in der Komposition sowie Strenge in der Form bestimmt, wobei Raffinesse und Ausgewogenheit im Kolorit charakteristisch sind. Durch Ausstellungen, Kunstkritiken und nicht zuletzt die Jugend wird auch dieser Teil von Münzers Oeuvre weithin bekannt.

Münzer, Adolf (1870 Pleß (Oberschlesien) - 1953 Landsberg am Lech)
Unbekannter Fotograf: Adolf Münzer im Atelier, 1908, Nachlass des Künstlers

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