Benno Becker • Olive Grove

Benno Becker
Olive Grove

c.1914

Oil on canvas
93 : 107 cm
Signed lower left
Verso: Customs stamp
With original frame by Hans Irlbacher, Munich

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BIOGRAPHY

Benno Becker
1860 Klaipėda - 1938 Munich

Nach Beendigung der Schullaufbahn zieht der einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie entstammende Benno Becker 1883 nach München. Dort lässt er sich an einer privaten Malschule unterrichten und besucht nebenher Vorlesungen in Kunstgeschichte und Archäologie. Über die Künstlergesellschaft „Allotria“ lernt der gleichermaßen umtriebige wie gesellige Student die wichtigsten Persönlichkeiten der Kunstszene kennen und knüpft Kontakte zu gleichaltrigen Kollegen wie Lovis Corinth oder Franz Stuck. Aus Unzufriedenheit über die Rückständigkeit des lokalen Ausstellungswesens gründen sie 1892 gemeinsam mit weiteren Gleichgesinnten die Münchner Secession. Als deren langjähriger Schriftführer steht Becker mit vielen wichtigen Künstlern im In- und Ausland in Kontakt und berichtet darüber hinaus in renommierten Zeitschriften wie „Die Kunst für Alle“, der „Kunstchronik“ oder dem „PAN“ über die neuesten Entwicklungen des Kunstgeschehens.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Werken der Deutschrömer Anselm Feuerbach und Arnold Böcklin erhält Becker entscheidende Impulse für sein eigenes Schaffen. In dessen Mittelpunkt steht die Darstellung der toskanischen Landschaft, die der Künstler über viele Jahre hinweg auf ausgedehnten Studienreisen erkundet. Beckers tektonisch komponierte Gemälde rücken indes nicht die topografisch präzise Wiedergabe bekannter Motive in den Vordergrund. Vielmehr geht es ihm um die Erfassung eines bestimmten Natureindrucks. Dieser hat meist elegischen Charakter, da Becker in seinen überwiegend feierlich-ernst wirkenden Bildern vorzugsweise mit gedämpften Grün- und Blautönen arbeitet und nur sehr sparsam auflockernde Gelb-, Weiß- und Rosatöne verwendet.

Mit seinen auf Kontemplation hin angelegten Werken, die der Vorliebe des Fin de Siècle für stimmungsvolle Seelenlandschaften entsprechen, feiert Becker bald große Erfolge. 1899 erwirbt die Neue Pinakothek in München erstmals ein Gemälde von ihm, 1902 wird ihm der bayerische Professorentitel verliehen. Als sich der Künstler 1905 eine im Stil der italienischen Frührenaissance gestaltete Villa in Münchens bester Lage unweit der als Gesamtkunstwerk konzipierten Villa Stuck errichten lässt, hat er den Zenit seiner Karriere erreicht. Beteiligung an vielbeachteten Ausstellungen in England, Österreich, Italien und den USA in den kommenden Jahren sowie eine 1911 von der renommierten Galerie Heinemann ausgerichtete Kollektivausstellung mit 34 Werken zeigen, dass Becker diesen Status noch lange halten konnte. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges sinkt sein Stern jedoch ebenso wie der vieler seiner Mitstreiter der Münchner Secession.