Emil Orlik • Riverbank in Paris

Emil Orlik
Riverbank in Paris

1910

Oil on canvas
53 : 48 cm
Signed lower right: "orlik, 10"

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BIOGRAPHY

Emil Orlik
1870 Prague - 1932 Berlin

Der gebürtige Prager Emil Orlik zählt nicht nur zu den vielseitigsten, sondern auch zu den kosmopolitischsten deutschsprachigen Künstlern um 1900. Aufgrund seines malerischen Talents wird ihm bereits während des Studiums an der Münchner Akademie ein eigenes Atelier zur Verfügung gestellt. Zeitgleich absolviert er eine Ausbildung als Druckgrafiker.

Orliks Karriere gleicht einem kometenhaften Aufstieg: bereits kurz nach Beendigung des Studiums erscheinen seine Werke in den Kunstzeitschriften JUGEND, PAN und VER SACRUM. Ebenso macht der junge Künstler auf den vielbeachteten Ausstellungen im Münchener Glaspalast sowie der Wiener Secession auf sich aufmerksam. Bald darauf verfassen einflussreiche Kunstschriftsteller wie Richard Muther und der mit Orlik befreundete Rainer Maria Rilke Aufsätze über ihn. Es folgen Einzelausstellungen seiner Werke in renommierten deutschen und österreichischen Galerien wie dem Kunstsalon Cassirer in Berlin, dem Kunstsalon Emil Richter in Dresden oder dem Salon Pisko in Wien. Nach Stationen in München, Prag und Wien wird Orlik schließlich 1904 als Professor der Staatlichen Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums nach Berlin berufen. Bis zu seinem Tod 1932 bleibt die preußische Hauptstadt, deren Kunstszene in dieser Zeit einen enormen Aufschwung erlebt, Orliks Wahlheimat.

Orliks Etablierung im Kunstbetrieb der Jahrhundertwende geht einher mit einer Vielzahl von Reisen, die der schier rastlose Künstler auf der Suche nach immer neuen Anregungen durch ganz Europa unternimmt. 1898 allein fährt er nach England, Schottland, Holland und Frankreich. Drei Jahre später bricht Orlik nach Japan auf, um die Holzschneidekunst neu zu erlernen. Seine unter dem Eindruck der Reise entstandenen Werke zählen bis heute zu den originellsten Beiträgen der europäischen Druckgrafik um 1900. Nicht weniger wichtig für Orliks künstlerische Entwicklung ist die Auseinandersetzung mit der Pariser Kunstszene. Zwischen 1898 und 1913 ist er sieben mal in der französischen Hauptstadt, wo er engen Kontakt zu den deutschen Künstlern aus dem Umfeld des Café du Dome pflegt. Nicht zuletzt durch sie kommt er mit dem Bildhauer Auguste Rodin, der Sammlerin Gertrude Stein, dem Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe sowie dem Kunsthändler Wilhelm Uhde in Berührung. Inspiration für sein eigenes Schaffen zieht Orlik aus den Werken von Paul Cézanne, Kees van Dongen und Henri Matisse, von denen er jeweils Werke für seine Privatsammlung erwirbt.

Dank handwerklicher Perfektion, technischer Experimentierfreude und motivischer Vielfalt gelingt es Orlik während seiner gesamten Schaffensphase als Künstler Kritiker, Sammler und Galeristen von sich zu überzeugen. Neben seiner Tätigkeit als Buchillustrator, Plakatentwerfer und Bühnenbildner profiliert er sich als Grafiker vor allem mit Porträts prominenter Zeitgenossen aus der Literatur-, Musik- und Kunstwelt. Gerhard Hauptmann, Gustav Mahler und Ferdinand Hodler sind nur einige von vielen Beispielen, deren Persönlichkeit Orlik mit der für ihn charakteristischen Kombination aus zeichnerischer Prägnanz und psychologischer Durchdringung erfasst hat. Daneben steht ein umfangreiches malerisches Werk. Es zeichnet sich durch einen gleichermaßen lebendigen wie eigenwilligen Stilpluralismus aus, der in weiten Teilen Orliks besondere Vorliebe für die verschiedenen Strömungen der französischen Moderne erkennen lässt.